BIG Prävention  Unsere Angebote

Wir bieten Präventionsangebote für alle Beteiligten im Kontext Schule.

Für Schüler*innen

Kinderworkshops zur Prävention von Häuslicher Gewalt „Gewalt kriegt die rote Karte“ (K1)

Für: Schüler*innen der 4. - 6. Jahrgangsstufe

An drei oder vier Tagen behandeln wir mit den Kindern folgende Themenbereiche: 

  • Gefühle benennen
  • Unterschied zwischen Streit und Gewalt (nur beim 4-tägigen Workshop)
  • Häusliche Gewalt 
  • Hilfe holen

Durch verschiedene Übungen lernen die Kinder, wie sie sich in schwierigen Konflikt- und Gewaltsituationen verhalten und schützen können und wie sie beim Miterleben von Häuslicher Gewalt handeln bzw. sich Unterstützung holen können. In den Workshops wechseln sich verschiedene Methoden ab; Spiele, Übungen, Gesprächsrunden, Rollenspiele und der Einsatz eines Films. Wir arbeiten überwiegend in geschlechtshomogenen Gruppen.

Nach Abschluss des Kinderworkshops findet ein Auswertungsgespräch statt. Dieses gibt den Lehrer*innen und den Mitarbeiter*innen der BIG Prävention die Möglichkeit, sich über Eindrücke und Erfahrungen auszutauschen.

Dauer: 3 oder 4 Tage à 4 Unterrichtsstunden

„Mir hat gefallen, als wir den Kindernotdienst angerufen haben und Fragen gestellt haben. Also wir hatten verschiedene Fragen auf die Tafel geschrieben und die haben sie uns dann beantwortet.“ 

Teilnehmerin 

„Ich fand auch gut, dass die Kinder das auch vorspielen konnten, wenn zwei Leute sich streiten, und dann hatten wir eine kleine Pause und dann sollten wir sagen, was die vielleicht machen können.“ 

Teilnehmer

Besonderheiten: Werden in einer Schule ein oder mehrere Kinderworkshops durchgeführt, finden begleitend immer Elternabende statt. Die Eltern, deren Kinder an den Workshops teilnehmen, erhalten dabei einen Einblick in die Inhalte und Abläufe. Darüber hinaus wird mit allen Mitarbeitenden der jeweiligen Schule ein 3-stündiger Studientag zum Thema „Kinder und Häusliche Gewalt“ (P3) oder ein 6-stündiger Studientag „Häusliche Gewalt und Kinderschutz“ (P2) durchgeführt. 

Projekttage zur Prävention von Häuslicher Gewalt (K2)

Für: Kinder unterschiedlicher Altersstufen

Die Kinder lernen konstruktive Konfliktlösungsmöglichkeiten kennen und setzen sich mit den Unterschieden zwischen Streit und Gewalt auseinander. Sie erfahren, was unter Häuslicher Gewalt zu verstehen ist. Sie erhalten Informationen darüber, wie und wo es in belastenden Situationen Unterstützung gibt. 

Die Methoden und die Durchführung stimmen wir mit den begleitenden pädagogischen Fachkräften beziehungsweise Lehrkräften ab.

Dauer: Nach Absprache

Kinderworkshops zu ECHT FAIR! Die interaktive Ausstellung für Kinder und Jugendliche zur Prävention von (Häuslicher) Gewalt (K3)

Für: Kinder und Jugendliche ab der 5. Klasse 

Die Kinder und Jugendlichen werden in Kleingruppen durch die Ausstellung begleitet. An den Lernstationen lernen sie spielerisch, wie sie sich in schwierigen Konflikt- und Gewaltsituationen fair verhalten und wie sie beim Miterleben von Häuslicher Gewalt handeln können. Im Gesprächskreis am Ende des Rundgangs werden offene Fragen und alle weiteren Anliegen der Kinder aufgegriffen. 

„Die Betreuung, Beratung, Bereitstellung von Fortbildungsterminen, aber auch die Vertragsgestaltung bezüglich der Ausstellung ECHT FAIR!, die finanzielle Abwicklung – all das war einfach unproblematisch, verlässlich und bei allem immer fachlich fundiert.“ 

Friedrich Kampmann, Koordinator für schulische Prävention, SIBUZ Pankow – Schulpsychologie 

Für Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen, (Hort)Erzieher*innen an Berliner Grundschulen

Fortbildung „Darüber spricht man nicht? Sicherung des Kindeswohls bei Häuslicher Gewalt“ (P1)

Für: Lehrkräfte, Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen, die an ihrer Schule Ansprechperson für den Bereich Kinderschutz sein wollen

In dieser Fortbildung vermitteln wir Grundlagenwissen zu Häuslicher Gewalt und Kinderschutz. Dabei stehen folgende Themen im Fokus:

  • Gefährdungseinschätzung
  • Rechtliche Grundlagen
  • Gesprächsführungstechniken
  • Unterstützung betroffener Schüler*innen im Schulalltag
  • Didaktische Impulse für die Präventionsarbeit mit Kindern
  • Das Berliner Hilfesystem und Möglichkeiten der Kooperation

Laut dem „Handlungsleitfaden Kinderschutz – Zusammenarbeit zwischen Schulen und bezirklichem Jugendamt“ der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ist jede Schule dazu verpflichtet, sich in Kinderschutzfragen zu qualifizieren. In dieser Fortbildung machen wir Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte mit den berlinweit verbindlichen Vorgaben vertraut. Das qualifiziert sie, um als Ansprechperson für das Thema Kinderschutz an Ihrer Schule zu ernannt zu werden.

Dauer: 15-20 Stunden, verteilt auf mehrere Tage bzw. Nachmittage

„Ich fühle mich bereichert, ich habe mehr Wissen, wohin ich mich wenden kann und ich habe Mut bekommen, zu handeln.“ 

Eine Erzieherin

Studientag „Häusliche Gewalt und Kinderschutz“ (P2)

Für: Kollegien von Grund- oder Förderschulen

An diesem Studientag vermitteln wir Grundlagenwissen zu Häuslicher Gewalt und Kinderschutz. Die Teilnehmenden erarbeiten in Kleingruppen Handlungsmöglichkeiten anhand von praxisorientierten Fallbeispielen. Dies soll sie im sicheren und kompetenten Umgang mit Fällen (vermuteter) Häuslicher Gewalt unterstützen.

Darüber hinaus stellen wir den für alle Berliner Schulen verbindlichen „Handlungsleitfaden Kinderschutz – Zusammenarbeit zwischen Schulen und bezirklichem Jugendamt“ in seinen wichtigsten Aspekten vor. Hier steht der Verfahrensablauf bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung im Mittelpunkt:

  • Wann sollte dem Jugendamt eine (vermutete) Kindeswohlgefährdung gemeldet werden?
  • In welcher Form sollte die Meldung erfolgen?

Zum Studientag werden ein bis zwei Mitarbeitende des zuständigen Jugendamtes eingeladen. Sie erläutern dessen Vorgehensweise in Fällen Häuslicher Gewalt und stehen für Fragen und Austausch zur Verfügung.

Dauer: 6 Stunden

„BIG Prävention führt sehr gute Lehrer*innen-Seminare im Kinderschutz durch, die ich bereits mehrfach um die Aufgaben und Sichtweisen des Jugendamtes ergänzt habe. Ich finde es wichtig, dass angehende Lehrer*innen bereits frühzeitig sensibilisiert werden, Anzeichen von Kindeswohlgefährdung erkennen lernen und auch erfahren, wie sie Kindern helfen können.“ 

Marion Thurley, Kinderschutz-Koordination Neukölln

Studientag „Kinder und Häusliche Gewalt“ (P3)

Für: Kollegien von Grund- oder Förderschulen

An diesem Studientag vermitteln wir Grundlagenwissen zu Häuslicher Gewalt und Kinderschutz. Die Teilnehmenden erarbeiten in Kleingruppen Handlungsmöglichkeiten anhand von praxisorientierten Fallbeispielen. Dies soll sie im sicheren und kompetenten Umgang mit Fällen (vermuteter) Häuslicher Gewalt unterstützen.

Dauer: 3 Stunden

„Sie und Ihre Kollegen/innen vermittelten die Inhalte sehr kompetent und wählten die sachdienlichen Methoden. Der Studientag war dadurch kurzweilig und sehr informativ. Insgesamt bekamen die Lehrkräfte und Erzieherinnen viele Denkanstöße. Eine Lehrerin, die einen Verdacht auf häusliche Gewalt schon im Vorfeld hatte, führte am darauffolgenden Tag Gespräche und erhielt wirklich die Information, dass ein Schüler ihrer Klasse zu Hause geschlagen wird. Die Lehrkräfte und Erzieherinnen werden in Zukunft noch aufmerksamer und aktiver ihrer Tätigkeit bezüglich des Themas Kinderschutz nachgehen.“ 

Schulleitung, T. Schwarz, Alfred-Brehm-Schule, 2011

Coaching (P4)

Für: Mitarbeitende von Grund- und Förderschulen in Berlin

Mit dem Coaching zum Thema Kinderschutz bieten wir begleiten und unterstützen wir Schulen beim Prozess der Implementierung geregelter Abläufe in Kinderschutzfällen.

Die Ziele und Inhalte der Sitzungen werden zu Beginn vereinbart und richten sich nach den Anliegen der jeweiligen Teilnehmer*innen.

Mögliche Themen können sein:

  • Welche Abläufe und Handlungsweisen gibt es an der Schule zum Thema Kinderschutz?
  • Welche Verantwortung trägt die Schule, welche Verantwortung tragen andere Organisationen beziehungsweise Ämter?
  • Klärung von Schnittstellen zwischen Schule und Jugendamt beziehungsweise Schule und externen Kooperationspartner*innen
  • Reflexion der Anforderungen an die Ansprechpartner*innen für Kinderschutz

Dauer: Zweimal 2 – 3 Stunden

Für Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen an weiterführenden Schulen in Berlin

Fortbildungen zur Förderung der seelischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen – Prävention von Häuslicher Gewalt an weiterführenden Schulen in Berlin

Die Finanzierung der Fortbildung erfolgt durch die Gesundheitskasse AOK-Nordost

Für: Kollegien an weiterführenden Schulen in Berlin (Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen), Schulpraktische Seminare der Bezirke)

Ziele:

  • Wissen vertiefen im Bereich Kinderschutz 
  • Wissen erlangen zum Thema „Kinder und Jugendliche im Kontext Häuslicher Gewalt“ und zu „Gewalt in ersten Liebesbeziehungen – Teen Dating Violence“[1]
  • Sicherheit gewinnen bei der Risikoeinschätzung von Gefährdungen, die das Wohl von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen können
  • Handlungskompetenzen schulen beim Umgang mit (vermuteter) Kindeswohlgefährdung
  • Handlungskompetenz ausbauen in der Gesprächsführung mit Eltern und Kindern beziehungsweise Jugendlichen bei herausfordernden Situationen 
  • Vorgehensweise der Berliner Jugendämter und Berliner Hilfeeinrichtungen im Kinderschutz kennen

Die Fortbildung wird gemeinsam mit Mitarbeiter*innen vom Jugendamt durchgeführt.

Dauer: 6 Stunden (1 x 6 Stunden oder 2 x 3 Stunden) 

„Ich bin definitiv sensibler geworden für das Thema, beziehungsweise weiß ich jetzt, dass bestimmte Verhaltensweisen bei den Jugendlichen daraufhin deuten können.“

Teilnehmer 2018

[1] „Teen Dating Violence“: Kontrollverhalten, emotionale Grenzüberschreitungen (Beleidigen, Beschimpfen, Drohen), sexualisierte Gewalt, körperliche Gewalt im Rahmen von Teenagerbeziehungen oder Dates. (Blättner, Brzank Hannover 2014) 

 

Online Angebote für Lehrkräfte und andere pädagogische Fachkräfte (bundesweit)

Bei Bedarf kann BIG Prävention Online-Fortbildungen zu den Themenfeldern „Kinder und Häusliche Gewalt“ sowie „Häusliche Gewalt und Kinderschutz“ anbieten. 

Für eine Anfrage wenden Sie sich bitte per Telefon oder E-Mail an uns.

Für Ausleiher*innen der Ausstellung ECHT FAIR

Fachveranstaltung zur pädagogischen Begleitung von ECHT FAIR

Die Veranstaltung vor Ort dient der Einführung in die Ausstellung und der Vorbereitung der pädagogischen Fachkräfte auf die pädagogische Begleitung mit Gruppen. 

  • Hintergrundwissen zum Thema Kinder und Häusliche Gewalt 
  • wichtige Hinweise zur Begleitung von Kinder- und Jugendgruppen durch die Ausstellung
  • Umgang mit von Häuslicher Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen

Dauer: 3 – 4 Stunden

Mehr zur Ausstellung ECHT FAIR erfahren sie hier

Für die Eltern an Ihrer Schule

Elternabende „Gewalt kriegt die rote Karte“ (E1)

Für: Eltern, deren Kinder an den Kinderworkshops teilnehmen

Im Rahmen des Elternabends informieren wir Eltern zum Thema „Kinder und Häusliche Gewalt“. Wir berichten von den Inhalten und Abläufen der Kinderworkshops und laden zu Fragen und Diskussion ein. Darüber hinaus stellen wir Einrichtungen des Berliner Hilfesystems.

Dauer: 45 Minuten – 1 Stunde

Informationsveranstaltung für Eltern zu ECHT FAIR! Die interaktive Ausstellung für Kinder und Jugendliche zur Prävention von (Häuslicher) Gewalt (E2)

Für: Eltern von Kindern und Jugendlichen, in deren Schule die Ausstellung gezeigt wird oder die einen Besuch der Ausstellung plant

Die Eltern lernen die Ausstellung kennen und erhalten einen Einblick, wie sich Häusliche Gewalt auf Kinder und Jugendliche auswirken kann. 

Eltern- oder Müttercafés zum Thema „Häusliche Gewalt und Kinder“ (E3)

Für: Interessierte Eltern an Schulen, in Familien- oder Nachbarschaftszentren

Gerne kommen wir in Ihre Schule oder Einrichtung, um mit den Eltern – oder ausschließlich den Müttern – zum Thema Kinder und Häusliche Gewalt ins Gespräch zu kommen. Wir erklären, wie sich Häusliche Gewalt auf Kinder auswirkt. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie beim Miterleben von Häuslicher Gewalt in der Nachbarschaft oder im Bekanntenkreis gehandelt werden kann. Wir diskutieren gewaltpräventive Anregungen für den Erziehungsalltag. Außerdem stellen wir Einrichtungen des Berliner Hilfesystems vor.

Dauer: 1,5 – 2 Stunden

„Ich hatte immer geglaubt, ich müsste meinen Söhnen ihren Vater erhalten. Wenn mir jemand mal gesagt hätte, dass die so viel mehr unter der Gewalt litten, die sie miterleben mussten – ich hätte mich viel früher getrennt!“ 

Aussage einer Mutter in der Vorarbeit zu einem Elternabend